Die beste Schau seit Langem zeigt die Schaffenskraft von David Bowie

David Bowie - Ausstellung in Berlin, Martin Gropius Bau
Lohnt sich – die David Bowie Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau. Photo Duffy © Duffy Archive & The David Bowie Archiv / davidbowie-berlin.de

ACHTUNG: Die Ausstellung wird bis zum 24. August 2014 wegen der hohen Nachfrage verlängert!

Kein anderer Künstler beherrscht die Kunst des Verschwindens so gut wie David Bowie, der als David Robert Jones vor 67 Jahren in London geboren wurde. Von Major Tom über Ziggy Stardust, Aladdin Sane und Halloween Jack bis hin zu Thin White Duke.

Das Gesamtkunstwerk David Bowie: Kostüme und Rollen

Besuchermagnet Bowie: Schlange stehen am Martin-Gropius-Bau.
Schlange stehen für den Heroe: David Bowie Ausstellung im Martin Gropius Bau in Berlin. ©hauptstadtkultur.de

„Paris? Vergiß es. Berlin hat es!“ Das sagte einst David Bowie über die damals noch geteilte Stadt Berlin. Hier spürte er die künstlerische Spannung, die er brauchte. Die Lust an der Kostümierung und am Rollenspiel macht das Gesamtkunstwerk David Bowie so einzigartig. Er selbst sagte hierzu einmal: „Musik ist die Maske der Botschaft – die Musik ist Pierrot und ich als Künstler bin die Botschaft“. Das Pierrot-Kostüm, das der Sänger 1980 im berühmten Video „Ashes to Ashes“ trug, ist natürlich auch in der David-Bowie-Ausstellung zu sehen, die, vom Londoner Victoria and Albert Museum kuratiert, nun im Berlin Gropius Bau Station macht. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, den Unterschied zwischen etwas zu wissen und etwas zu kapieren deutlich zu machen. Mit Spiegeln, Licht und Filmaufnahmen bekommen die Ausstellungsobjekte eine Plastizität, als stünmde der Geist des Meisters persönlich in der Halle. Aber die Einmaligkeit eines David Bowie kann nur der richtig kapieren, der die Ausstellung besucht hat.

A Heroe: Berlin, the best time in my life.

“Heroes“ Contact Print (Piece No. 32), 1977, Foto Sukita ©Sukita / The David Bowie Archive
“Heroes“ Contact Print (Piece No. 32), 1977, Foto Sukita ©Sukita / The David Bowie Archive

David Bowie kam in den 70er Jahren für eine kurze, aber sehr kreative und erfolgreiche Episode nach West-Berlin und produzierte hier in einem Tonstudio „Heroes“, eines seiner besten Alben. Mit der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau lebt diese Zeit noch einmal mit einer multimedialen Ausstellung über die Stil-Ikone auf. Die geteilte Frontstadt Berlin ist eine Insel für Wehrdienstverweigerer und Lebenskünstler – preiswert, trashig und marode. Hierher zieht es David Bowie, der sich ausgerechnet in der Mauer-Stadt wieder frei bewegen kann, weg von Fans und Paparazzi. Zwei Jahre lebt er hier. Eine Zeit, die ihn prägte, wie kaum eine andere: „Ich hatte wahrscheinlich eine der kreativsten Schaffensperioden meines Lebens hier. Ich habe glücklicherweise Brian Eno kennengelernt. Er, mein Produzent Toni Visconti und ich waren eine tolle Truppe. Ich denke, wir haben zu dieser Zeit richtig tolle Musik produziert.“, schwärmt er noch heute über diesen Zeitabschnitt seines Lebens.

David Bowie: Erinnerungen an West-Berlin

David Bowie: Striped Bodysuit For Aladdin Sane Tour 1973 - Design By Kansai Yamamoto Photograph By Masayoshi Sukita - Sukita The David Bowie Archive 2012
David Bowie: Striped Bodysuit For Aladdin Sane Tour 1973 - Design By Kansai Yamamoto Photograph By Masayoshi Sukita - Sukita The David Bowie Archive 2012
David Bowie: Aladdin Sane Tour Red Platforms - The David Bowie Archive, Foto ©Victoria and Albert Museum
David Bowie: Aladdin Sane Tour Red Platforms - The David Bowie Archive, Foto ©Victoria and Albert Museum
David Bowie: Konrads - The David Bowie Archive, Foto ©Victoria and Albert Museum
David Bowie: Konrads - The David Bowie Archive, Foto ©Victoria and Albert Museum
David Bowie: Photo Collage - Foto The David Bowie Archive, Film Stills ©STUDIOCANAL Films Ltd. Image
David Bowie: Photo Collage - Foto The David Bowie Archive, Film Stills ©STUDIOCANAL Films Ltd. Image
David Bowie: Bbrian Duffy Aladdin Sane - Foto Duffy ©Duffy Archive & The David Bowie Archive
David Bowie: Bbrian Duffy Aladdin Sane - Foto Duffy ©Duffy Archive & The David Bowie Archive
David Bowie: Brian Duffy Scary Monsters - Foto Duffy ©Duffy Archive & The David Bowie Archive
David Bowie: Brian Duffy Scary Monsters - Foto Duffy ©Duffy Archive & The David Bowie Archive
David Bowie: Sukita 25 - Foto Sukita ©Sukita / The David Bowie Archive
David Bowie: Sukita 25 - Foto Sukita ©Sukita / The David Bowie Archive
David Bowie: Quilted Two Piece Suit 1972 - Foto ©Victoria and Albert Museum
David Bowie: Quilted Two Piece Suit 1972 - Foto ©Victoria and Albert Museum
David Bowie: Schlüssel zur Hauptstrasse 155 - Foto ©The David Bowie Archive
David Bowie: Schlüssel zur Hauptstrasse 155 - Foto ©The David Bowie Archive

Die Ausstellung über David Bowie zeigt Erinnerungen an diese Zeit. Zum Beispiel das Mischpult der berühmten Hansa-Studios, an dem eine seiner berühmtesten Platten entstanden ist – Heroes. Zwei weitere Alben wurden noch im Angesicht der Berliner Mauer aufgenommen. Für Bowie war West-Berlin ein Abenteuerspielplatz, auf dem er es zum Beispiel mit WG-Kumpel und Punk-Ikone Iggy Pop ordentlich hat knallen lassen. Beide waren Stammgäste im berühmten Nachtclub „Ché Romie“. Zwischen der damaligen Nachtclubbesitzerin Romy Haag soll es von Anfang an gefunkt haben. Mit ihr verbrachte er viel Zeit: „Ich weiß noch, wenn wir dann nachts rumgefahren sind, zum Beispiel zur Glienicker Brücke. Dort haben wir dann die ganzen VoPo’s gesehen und gesponnen, wenn wir jetzt 5 Meter auf die zugerannt wären, würden wir wohl erschossen werden. Nicht, dass es so war, aber das Gefühl war da. Es war für ihn eine ganz spannende Situation gewesen, die eben auch sehr kreativ gemacht hat.“, erzählt Romy Haag.

David Bowie’s Beziehung zu Berlin ist einzigartig, was auch noch einmal in seinem seiner jüngsten Songs „Where Are We Now?“ zum Ausdruck kommt.


David Bowie war und ist einer der Künstler, der die 70er Jahre so bedeutsam geprägt hat, dass sein Einfluss bis heute deutlich zu erkennen ist. Er gehört zu den wenigen Künstlern, die von sich sagen können: Ich habe die Welt verändert.

Fakten zur David Bowie Ausstellung

  • Dauer: Bis zum 10.August
  • Ort: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin [Lageplan], Tel +49 30 254 86-0
  • Öffnungszeiten: Täglich von 10-20 Uhr
  • ÖPNV: S+U Bahnhof Potsdamer Platz
  • Katalog: Knesebeck Verlag, 34 Euro
Unsere Bewertung
Leserbewertung
[Total: 4 Average: 8.8]
  • Eva Russek

    David Bowie ist nun auch endlich in Berlin angekommen – die Retrospektive seiner Kariere zu sehen im Martin-Gropius-Bau. Noch bis zum 10. August habt ihr Zeit die Ausstellung zu besuchen, die echt einen Super Einblick in seine Schaffenskraft gibt. Schlange stehen muss eingeplant werden… 🙂

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