Deutliches Umfrageergebnis steht für den CSD in seiner bisherigen Form.

CSD kontra Stonewall: Umfrage ergibt deutliches Votum.
Deutliches Votum: Aktionsbündnis CSD Berlin 2014. Bild: Creative Commons Namensnennung: ©Ludovic Bertron

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg und die Schwusos werden nicht an der Stonewall-Parade am 21.Juni teilnehmen. Stattdessen werden beide Landesverbände die Demonstration des Aktionsbündnisses CSD 2014 unterstützen. Hintergrund ist die umstrittene Umbenennung des CSD in Stonewall Parade.

16.05.2014 – Aktualisierung: Die Parade zum Christopher Street Day bekommt nun doch keinen neuen Namen; die Veranstalter verzichten auf den Zusatz „Stonewall“ im Titel. Ihr Vorstoß war als Alleingang kritisiert worden. Grüne, SPD und CDU sagten sogar ihre Teilnahme am CSD ab. Die Parade der Schwulen und Lesben findet somit wie eh und jeh unter dem altbekannten Namen CSD Parade am 21.Juni 2014 statt. Geht doch!

Das Aktionsbündnis CSD 2014 will an den bisherigen Traditionen des CSD festhalten, denn der CSD ist im Wesentlichen das, was die Teilnehmenden daraus machen. Jeder/jede gestaltet den CSD mit seinem/ihren Beitrag mit. Ziel ist es, gemeinsam einer Diskriminierung oder Ausgrenzung untereinander keinen Raum zu bieten. Die Forderung nach gegenseitigem Respekt, gelebter Toleranz und ideeller Akzeptanz steht nach innen wie nach außen im Vordergrund.

Ist die Umbenennung von „CSD“ in „Stonewall-Parade“ gerechtfertigt?

Ein deutliches Nein, denn ein Großteil aller 331 Umfrage Teilnehmer sind für den CSD 2014 in seiner bisherigen Form. Hier die Ergebnisse im Detail:

  • 73,47% stimmten für Antwort A: Auf keinen Fall. Der „CSD“ ist ein bekannter und etablierter Name, mit dem sich viele Schwule und Lesben identifizieren, sowohl aus persönlichen als auch politischen Gründen. Viele verbinden mit dem Namen „Stonewall“ gar nichts.
  • 16,33% stimmten für Antwort B: Völlig unverständlich die ganze Aufregung. Ob nun „CSD“ oder „Stonewall Parade“ ist doch egal – alle sollten ihren Spaß haben. Und wer politisch demonstrieren will, kann dies doch auch tun, egal wie der Umzug nun heißt.
  • 10,20% stimmten für Antwort C: Unbedingt. Der Umzug muss wieder zu einer politischeren Veranstaltung werden. Die Umbenennung gibt dafür den längst überfälligen Anstoß.
Der Großteil aller Befragten ist gegen die Stonewall Parade
Das Ergebnis ist deutlich: Knapp Dreiviertel aller Befragten stimmen für den CSD in seiner bisherigen, bekannten Form.

Aktionsbündnis CSD: Absage an die neue Stonewall Parade

Das Aktionsbündnis CSD 2014 erfährt unerwartet großen Zuspruch, denn der größte Teil der schwul-lesbischen Community steht der neuen Stonewall-Parade skeptisch gegenüber. Die Internationalisierung des Christopher Street Day in Berlin mit seiner langen und vor allem politischen Tradition ist unerwünscht, denn im Ergebnis wird hier ein Berlin typischer und bereits international bekannter Event in ein Rummelfest verwandelt, von denen Berlin bereits mehr als genug hat. Das Aktionsbündnis ist ein Bündnis für und mit der queeren Community und seinen Freunden. Eingeladen sind alle Verbände, Gruppen, alle demokratischen Parteien, Unternehmen und Einzelpersonen, die sich für die Rechte von queeren Menschen einsetzen. Am 21.Juni 2014 wird dem politischen Statement in einer großen Demonstration entsprechend Ausdruck verliehen. Start ist um 12:00 Uhr an der Ugandischen Botschaft. Dann geht es vorbei an den Botschaften Russlands, Indien, Türkei und Saudi Arabien zur Landesvertretung Baden- Württemberg, wo mit Aktionen für die Rechte lautstark demonstriert wird. Anmeldungen sind ab 12.Mai 2014 auf der Homepage des Aktionsbündnis CSD 2014 möglich.

CSD muss politisch bleiben

„Dies ist ein CSD mit politischen Schwerpunkt von der Community für die Community und ihren Freunden*innen.“ erklärt Ralph Ehrlich, Community Beauftragter des Aktionsbündnis CSD Berlin 2014. Zu den Unterstützern und Unterstützerinnen zählen nun neben Gaybrandenburg e.V., dem Berliner Leder Fetisch e.V., der BVG, der LSU der CDU und der FDP Berlin auch der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg und die Schwusos der SPD. „Diese Unterstützung zeigt, dass die Planung des CSD zusammen mit der Community gestaltet werden muss.“, so Ralph Ehrlich weiter. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Gästen werden sich bei der Abschlusskundgebung Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für queere und menschenrechtliche Belange in Deutschland, Europa und auf der Welt einsetzen.

Deutlich betont werden sollte hierbei, dass das Ziel des Aktionsbündnis CSD Berlin 2014 nicht ist, eine Spaltung der Community voranzutreiben oder gar eine Gegen-Kundgebung ins Leben zu rufen. Als Bündnis soll auch keine neue Dauerinstitution für die Organisation des Berliner Christopher Street Days etabliert werden – vielmehr geht es hier um eine deutliche Aussage zur aktuellen Situation um den CSD 2014.

Autor: Orlando Mittmann

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  • Love CSD

    Aber auch Grüne und LSU (CDU) haben ihre Teilnahme beim StoneWall abgesagt. FDP hat sowohl StoneWall abgesagt und sich zum Aktionsbündnis hin positioniert. Aber auch viel Verbände, städtische Unternehmen und Gewerkschaften geben klare Signale zu einem Nein StoneWall und zu einem Ja CSD 2014. Die Gerüchteküche spricht jetzt schon von einer Absage von 1/3 der Wagen (ca.15) die nicht am StoneWall mit dabei sein wollen. Muss bald der Vorstand des CSD e.V. alleine mit ihrem Wagen feiern? Vielleicht sollten sie dann ihren Geschäftsführer Kastel an den Karren spannen und kräftig durch Berlin scheuchen.

    • Das sind in der Tat interessante Entwicklungen rund um die CSD Thematik in diesem Jahr. Weitere Stimmen melden sich derzeit zu Wort und überdenken Ihre Teilnahme an der Stonewall-Parade. Wir sind gespannt, wo die Entwicklung endet.

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