Aus für die Musik Messe „Berlin Music Week“

Das Berghain in Berlin Friedrichshain
„Berghain“ von Nicor – Eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 über Wikimedia Commons

Der Senat will Berlin als Musikstandort weiter voranbringen und die Musikszene in Berlin weiter fördern. Die Berlin Music Week jedoch wird komplett eingestampft – oder besser, sie wird umgewandelt. Ein neues Format und neue Macher sollen her. Die Pläne und der neue Partner wurden in Berlin nun vorgestellt.

Berlin Music Week - Logo
©Berlin Music Week

Berlins Hauptstadtkultur, speziell die Musikszene, muss sich wieder einmal umgewöhnen. Vor wenigen Tagen feierte sie noch die Berlin Music Week direkt an der Spree. Jetzt trägt der Berliner Senat dieses Format völlig unerwartet zu Grabe. Nicht mehr die landeseigenen Kulturprojekte sollen das jährliche Treffen der Pop-Branche organisieren, sondern die Pop-Beauftragte Katja Lucker und ihr Musicboard sollen die Fäden in die Hand nehmen. Zur Überraschung aller verkündete der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhing (SPD): „Wir haben einen neuen Partner für die Music-Week gefunden. Das Berghain in Friedrichshain wird künftig der zentrale Partner sein und alle Aktivitäten des Programms werden dort an diesem Ort konzentriert.

Neuer Name, neuer Ort – alles gut?

Berlins berühmtester Club solls also richten, der vor kurzem noch mit der eigenwilligen Installation eines mit 3000 Liter Urin gefüllten Aquariums sein Jubiläum zelebrierte. Einen neuen Namen bekommt die Nummer natürlich auch: Pop-Kultur 2015. „Es geht um Pop-Kultur im weitesten Sinne, um fein abgestimmte Talks, gutes Essen und Trinken und natürlich Musik. Es gibt Dinge, von denen man vielleicht noch nie etwas gehört hat, mit internationalen Stars und mit dem künstlerischen Nachwuchs, auf den wir einen besonderen Schwerpunkt gelegt haben.“, so Katja Lucker vom Musicboard Berlin.

Ein Richtungswechsel, über den der bisherige Veranstalter alles andere als erbaut ist. In der Club Commission hingegen kommt das neue Konzept gut an. Kein Wunder, denn die Club Comission war und ist stets bemüht, sich in der Clubszene fest zu verankern und dessen Interessen zu vertreten – sozusagen die Lobby der Nightlife-Szene Berlins. Lutz Leichsenring (Berlin Club Comission) meint hierzu, dass das Berghain das Thema auf ein neues Niveau hebt, da der Ort eine extrem hohe Anziehungskraft hat. Außerdem hat das Berghain die nötigen Kapazitäten, um so viele Menschen unterzubringen und sorgt mit seinem internationalen Ruf auch dafür, dass sich der eine oder andere in den Flieger setzt, um nach Berlin zu kommen.

Selbst die Damen und Herren der Opposition können dem neuen Beat einiges abgewinnen. „Clubkultur oder Musikkultur ist eben nicht nur Kulturpolitik oder Wirtschaftspolitik, sondern es muss auch Stadtentwicklungspolitik sein. Katja Lucker ist die richtige Person, um all diese Bereiche gut miteinander zu verknüpfen und zu vereinen.“, sagt Karin Schmidberger, Sprecherin für Clubkultur (BÜ‘90/Grüne). Der Senat möchte der Pop-Kultur somit ein neues Gesicht verpassen – weg von der reinen Wirtschaftsdenke und rein in Berlins legendärsten Club.

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