Dauerausstellung beleuchtet das Wirken der DDR-Geheimpolizei

Mehr als 5000 Privatpersonen beantragen jeden Monat Einsicht die StaSi-Akten. Das wäre garnicht möglich, wenn nicht vor 25 Jahren hunderte wütende Menschen die Zentrale der Staatssicherheit an der Berliner Normannenstrasse gestürmt hätten. Als Schild und Schwert der Partei überwachten mehrere Zehntausend Mitarbeiter Alles und Jeden.

Das Ende der Staatssicherheit
Stasi-Zentrale: Erstürmung der Festung der DDR Geheimpolizei ©By Jäger [CC BY-SA 3.0]
Sie ist ganz sicher eine der bekanntesten Strasse in Berlin-Lichtenberg. Das hat vor allem mit Ihrer Vergangenheit zu tun. Die Normannenstraße war Heimat der StaSi-Zentrale – Mielkes Hauptquartier gewissermaßen. Eine riesige Burg aus Beton mit mehr als 30.000 Mitarbeitern – bis zum 15.Januar 1990. Zehntausende besiegelten damals den Untergang des DDR-Geheimdienstes. Mit „Stasi raus!“ Rufen drängten Sie am späten Nachmittag rein in die Zentrale der Staatssicherheit.

Verwüstete Büros der StaSi Zentrale
Die StaSi Zentrale wurde gestürmt. ©Bundesarchiv-183-1990-0116-014

Wütend, empört und fassungslos waren die meisten. Dabei gingen Fenster zu Bruch, Tische und Stühle wurden zerstört und hinausgeworfen und Fußböden waren übersäht mit Papieren und Akten-Unterlagen. Bis heute nicht ganz klar, wer die Tore von innen geöffnet hatte. Vermutet wird, dass es Mitarbeiter der Stasi gewesen sind.

Das Ministerium für Staatsicherheit (MfS) war innenpolitisch vor allem ein Unterdrückungs- und Überwachungsinstrument der SED gegenüber der DDR-Bevölkerung, das dem Machterhalt diente. Dabei setzte es als Mittel Überwachung, Einschüchterung, Terror und die so genannte Zersetzung gegen Oppositionelle und Regimekritiker („feindlich-negative Personen“) ein.

Demokratie statt Diktatur – 25 Jahre Ende der StaSi

Tausende Bürger und aufgebrachte Demonstranten stürmten vor 25 Jahren den riesigen Komplex an der Normannenstraße und retteten Unterlagen vor der Vernichtung. Ein bis dato einmaliger Vorgang in der Welt, mit welchem die wohl wichtigste Festung eines jeden Staates vom wütenden Mob der Straße in Besitz genommen wurde. Die Erstürmung des allmächtigen DDR-Geheimdienstes in Berlin-Lichtenberg symbolisiert heute das Ende der systematischen Überwachung in der damaligen DDR.

Neue Ausstellung in ehemaliger Stasi-Zentrale

Heute ist nicht nur der Zugang zu den StaSi Akten möglich, sondern auch eine neue Dauerausstellung besuchbar. Am kommenden Samstag findet hierzu ein Bürgertag statt, der es allen Interessierten ermöglicht, die Gebäude und Räume, inklusive Mielkes Schaltzentrale, zu besichtigen. Die neue Dauerausstellung in der früheren Stasi-Zentrale in Berlin beleuchtet das Wirken der DDR-Geheimpolizei.

Luftbild der StaSi Zentrale Berlin
Luftaufnahme von „Haus 1“ der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Hier befindet sich auch der Bürotrakt des langjährigen Stasi-Chefs Erich Mielke. Quelle: BStU / Thomas Rosenthal

Die Mitarbeiter der Stasi bekommen hier ein Gesicht, wie das von Markus Wolf zum Beispiel, der von Spitzelkollegen und sogenannten Freunden auch „Mischa“ genannt wurde und die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) 34 Jahre, von 1952 bis 1986, leitete. Man bekommt einen realistischen Eindruck von der riesigen Stasi-Stadt an der Normannenstraße, von der aus ein ganzes Land bespitzelt wurde. Man sieht Wanzen, die in Türen und Wänden versteckt wurden oder Fotografien ihrer potentiellen Gegner mit Mini-Kameras in Knöpfen oder Portemonaise. Technik zum Abhören und Lauschen wird genauso gezeigt wie abgefangene Post, die mit einer selbstentwickelten Dampf-Entwicklungsmaschine ausgespäht wurde.

Archive von Mitarbeitern und Opfern wurden millionenfach systematisch angelegt – auch von den offiziellen wie inoffiziellen Mitarbeitern der eigenen Behörde. Jeder in der damaligen DDR – ob Freund, ob Feind – sollte jederzeit im Blick der StaSi sein, um sich seiner im Falle des Falles jederzeit entledigen zu können. Zu sehen ist sie in Haus 1 – dem früheren Dienstsitz des Ministers für Staatssicherheit, Erich Mielke.

Veranstaltungshinweis zum Bürgertag „25 Jahre Ende der Stasi“

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  • Gregor Weiss

    Die StaSi – ein Monster unter den Geheimdiensten der Welt
    mit 85.000 hauptamtliche Mitarbeiter, 109.000 Spitzel, 124.000 Pistolen und
    Revolver, 76.000 Maschinenpistolen. Jahresetat 3,6 Milliarden Mark…

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