Wohnraum in Berlin kaum noch bezahlbar

Gefühlt wissen Mieter*innen in Berlin, Hamburg, München, Köln, Stuttgart oder auch Nürnberg schon längst, dass bezahlbarer Wohnraum für Ottonormalverbraucher und Durchschnittseinkommenlieschen kaum noch zu bekommen ist. Verstärkter Zuzug, steigende Armut und hohe Bau- und Sanierungskosten verschärfen die Situation.

Wohnraum Politik in Berlin - verkehrte Welt. Bezahlbarer Wohnraum in Berlin wird zur Mangelware
Berlin Friedrichshain – ein Lückenbau entsteht auf einem ehemals bebaumten Grundstück. Wer denkt, dass hier bezahlbarer Wohnraum entsteht, ist schief gewickelt. Im Gegenteil, die Wertsteigerung des Wohnumfeldes verursacht einen satten Anstieg des Mietspiegels für das Viertel. Verdrängung der Altmieterschaft ist die Folge. Bild 1
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Berlin Friedrichshain – ein Lückenbau entsteht. Bild 2

In Deutschlands Großstädten wird günstiger Wohnraum immer knapper

Eine Analyse von Angeboten bei Immowelt und Immonet ergab, dass die Situation auf dem Wohnungsmarkt besonders in den Ballungsräumen und Metropolen Deutschlands immer dramatischer wird und sozialer Wohnraum zur echten Mangelware geworden ist.

WBS hat seine Bedeutung verloren

Der Wohnberechtigungsschein ist in den allermeisten Fällen nur noch ein wertloses Stück Papier. In Berlin hat mehr als die Hälfte der Haushalte (55%) wegen ihres geringen durchschnittlichen Haushaltseinkommens eigentlich einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Auf dem freien Wohnungsmarkt sind jedoch kaum Wohnungen in niedriger Preislage vorhanden und so beträgt der Anteil der Wohnungen, die im entsprechenden Preissegment liegen bei maximal 7,3%. In Hamburg, Köln oder auch Nürnberg sieht es nicht viel besser aus – hier besteht ebenfalls ein erheblicher Mangel an günstigem Wohnraum. Gleichzeitig liegt dort der Anteil an wohnscheinberechtigten Haushalten bei mindestens 40 Prozent. Frankfurt, München und Stuttgart machten auf erst gar keine Angaben, wie viele Haushalte grundsätzlich Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS) hätten. Wir können uns alle einen Reim darauf machen, warum… ^^

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Berlin Friedrichshain – ein Lückenbau entsteht. Bild 3
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Berlin Friedrichshain – ein Lückenbau entsteht. Bild 4
StadtAngebote im
günstigen Segment
grundsätzlich WBS-
berechtigte Haushalte
Nürnberg6,5 Prozent40 Prozent
Berlin7,3 Prozent55 Prozent
Köln7,5 Prozent45 Prozent
Hamburg7,7 Prozent41 Prozent
Frankfurt8,7 Prozentkeine Angabe
München11,5 Prozentkeine Angabe
Stuttgart15,1 Prozentkeine Angabe
Dresden50,2 Prozent22 Prozent

Für mehr als 90 Prozent der inserierten Wohnungen in Nürnberg, Berlin, Köln, Hamburg und Frankfurt kommen Menschen mit geringem Einkommen gar nicht in die engere Bewerberauswahl – ein knallharter „Wer-hat-die-meiste-Kohle-Wettkampf“ ist entbrannt und sowohl Immobilienmakler als auch Wohnungsunternehmen verdienen an dieser Situation so richtig viel Geld.

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Immowelt-CEO Carsten Schlabritz hierzu: „Für eine wachsende Zahl der Bevölkerung wird das Wohnungsangebot immer geringer. Besonders in den Ballungsgebieten wird die Wohnungsnot im preisgünstigen Segment in den kommenden Jahren weiter steigen.“ Alle detaillierten Informationen zur Analyse, zu den Ursachen der Wohnungsnot sowie Berechnungsgrundlagen für den Wohnberechtigungsschein gibt es in der Immowelt-Studie zur neuen Wohnungsnot.

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  • Christian Busch

    ist mehr als untertrieben, ich komm aus Region Stuttgart, suche schon seit 4 Jahren nach einer Wohnung, von 170 Wohnungs Anfragen in 4 Monaten 170 absagen bekommen, und 1 mal abgelehnt wurde weil ich Nationalität Deutsch war. Was gar nicht mehr Nachvollziehbar ist, das geht hier gar nicht mehr mit rechten dinge zu……………

    • …leider ist die Situation nicht nur bei Dir in Stuttgart so – in Berlin ist die Mietpreissteigerung sehr spürbar. Die Politik reagiert leider nicht mit entsprechenden Maßnahmen und die Mietpreisbremse ist leider auch nur ein zahnloser Tiger…

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